Presseartikel überwiegend aus den Husumer Nachrichten
Mittwoch, 17 April 2024 11:45

Historisches Reetdachhaus gerettet
Die Stadt Husum wollte es abreißen, ehe sich Kurt Nissen als Käufer fand – das hat er daraus gemacht

Lisa Mewaldt und Hargen Johannsen (M.) lassen sich von Kurt Nissen das Haus Bracken 1 zeigen.  Robert Meyer
Lisa Mewaldt (l.) und Hargen Johannsen lassen sich von Kurt Nissen das Haus Bracken 1 zeigen. Text und Bilder von Robert Meyer

Man muss schon genau hinschauen, als Kurt Nissen im Garten ein altes Foto seines Hauses aus den späten 80er-Jahren zeigt. Wäre da nicht das Reetdach, der Gedanke läge nahe, hier handelte es sich um zwei völlig verschiedene Gebäude. „1988 wurde jemand gesucht, der sich zutraut, das Haus zu sanieren“, erinnert sich Nissen. Er traute sich diese Aufgabe zu.

Auf dem Foto aus dem Jahr 1988 lässt sich erahnen, in welchem Zustand der heutige Eigentümer das Haus übernommen hat.
Auf dem Foto aus dem Jahr 1988 lässt sich erahnen, in welchen Zustand Kurt Nissen das Haus Bracken 1 übernahm.

Nissen ließ sich auf das Abenteuer ein, das Haus Bracken 1 im Husumer Ortsteil Rödemis zu erhalten, obwohl sogar die Stadt als damalige Eigentümerin bereits eine Vor-Entscheidung getroffen hatte: Nach Einschätzung des Stadtbauamtes ist die Bausubstanz derartig marode gewesen, dass das Gebäude komplett abgerissen werden sollte. Sogar der Bauausschuss hatte bereits entschieden. Einziger Ausweg war, einen Käufer zu finden.
„Als ich davon damals in der Zeitung las, hab ich direkt gehandelt“, erinnert sich Nissen. Wenn der frühere Baustoffhändler aus Simonsberg heute über die kleine, strohgedeckte Kate aus dem frühen 18. Jahrhundert spricht, gerät er ins Schwärmen.
Intensiv beschäftigte er sich mit der Geschichte des Gebäudes: Untergebracht waren hier schon eine Gaststätte, ein Schneider, ein Schuster und womöglich auch ein Glaser. Nissen vermutet letzteres, weil er bei Pflasterarbeiten vor dem Haus Scherben fand, die darauf hindeuten. Heute vermietet Nissen das Haus an Feriengäste. Was er einnimmt, stecke er in Sanierung und Erhalt. Wie viel er über die Jahrzehnte aufgewendet hat, will er nicht verraten.

Sieben Jahre bis zum neuen Reetdach
Sein letztes Großprojekt: Das Haus brauchte ein neues Reetdach. Früher war die gesamte Häuserzeile auf der Straße Bracken, was für Baracken steht, mit Stroh gedeckt, heute ist dies nur noch bei Nissen der Fall.

Am Ende brauchten die Dachdecker 14 Tage, vorausgegangen waren laut Nissen jedoch sieben Jahre der Planung und Suche nach einem geeigneten Fachunternehmen. „Der Bedarf an Reet ist groß und die Wartelisten für Aufträge sind lang“, bestätigt Hargen Johannsen von der Stiftung zur Erhaltung des Husumer Stadtbildes. Der Verein begleitete Nissen bei seinem Projekt von Anfang an, stand ihm beratend zur Seite und unterstützte ihn finanziell.
Und das, obwohl das Haus nicht einmal offiziell unter Denkmalschutz steht. Dafür habe zu viel am Gebäude im Argen gelegen, erklärt Johannsen. „Der Denkmalschutz besteht in diesem Fall in der Person von Kurt Nissen.“ An der Notwendigkeit des Erhalts haben aber weder die Stiftung noch der Eigentümer Zweifel. Das „Haus Waterkroog“, wie es ebenfalls genannt wird, sei einer der letzten erhaltenen Hinweise darauf, dass der Ortsteil Rödemis früher einmal ein Dorf gewesen ist.

https://www.e-pages.dk/husumernachrichten/3587/assets/70cf61daa2f583b71d18d4f00ca48ce52b9170d7_max1024x.jpg
Kurt Nissen zeigt ein Gemälde, wie die Straße Bracken früher einmal ausgesehen hat. Die Nachbarhäuser hatten hier allerdings schon keine Reetdächer mehr.

Grundstück von der Stadt zum symbolischen Preis
Obwohl kein Denkmalschutz besteht, achtete Nissen über die Jahre akribisch darauf, möglichst viel zu erhalten – und wenn das nicht möglich war, zumindest mit den vorhandenen Baumaterialien zu arbeiten. Original ist etwa der Sockel aus Feldstein. Neu hingegen ist die Hausfassade, wobei Nissen das Mauerwerk wieder nach historischem Vorbild anordnete.

Das musste er auch, schließlich wurde 1988 im Kaufvertrag mit der Stadt Husum festgeschrieben, dass der Besitzer „die Formen der traditionellen Gestaltungselemente verwenden“ muss, wie es 1988 in einem Zeitungsbericht über den Hauskauf hieß. Im Gegenzug bekam Nissen Haus und Grundstück für nur rund 1000 Mark.
Das ist jetzt mehr als 35 Jahre her. Johannsen und seine Stiftungs-Kollegin Lisa Mewaldt sind froh, dass sich Nissen auf das alles einließ. „Nur ein sehr kleiner Kreis von Personen interessiert sich dafür, historische Häuser auch ohne Denkmalschutz zu erhalten“, so Mewaldt.

 

 

 

  • Historisches Reetdachhaus gerettet

    Historisches Reetdachhaus gerettet
    Die Stadt Husum wollte es abreißen, ehe sich Kurt Nissen als Käufer fand – das hat er daraus gemacht

    Lisa Mewaldt und Hargen Johannsen (M.) lassen sich von Kurt Nissen das Haus Bracken 1 zeigen.  Robert Meyer
    Lisa Mewaldt (l.) und Hargen Johannsen lassen sich von Kurt Nissen das Haus Bracken 1 zeigen. Text und Bilder von Robert Meyer

    Man muss schon genau hinschauen, als Kurt Nissen im Garten ein altes Foto seines Hauses aus den späten 80er-Jahren zeigt. Wäre da nicht das Reetdach, der Gedanke läge nahe, hier handelte es sich um zwei völlig verschiedene Gebäude. „1988 wurde jemand gesucht, der sich zutraut, das Haus zu sanieren“, erinnert sich Nissen. Er traute sich diese Aufgabe zu.

    Auf dem Foto aus dem Jahr 1988 lässt sich erahnen, in welchem Zustand der heutige Eigentümer das Haus übernommen hat.
    Auf dem Foto aus dem Jahr 1988 lässt sich erahnen, in welchen Zustand Kurt Nissen das Haus Bracken 1 übernahm.

    Nissen ließ sich auf das Abenteuer ein, das Haus Bracken 1 im Husumer Ortsteil Rödemis zu erhalten, obwohl sogar die Stadt als damalige Eigentümerin bereits eine Vor-Entscheidung getroffen hatte: Nach Einschätzung des Stadtbauamtes ist die Bausubstanz derartig marode gewesen, dass das Gebäude komplett abgerissen werden sollte. Sogar der Bauausschuss hatte bereits entschieden. Einziger Ausweg war, einen Käufer zu finden.
    „Als ich davon damals in der Zeitung las, hab ich direkt gehandelt“, erinnert sich Nissen. Wenn der frühere Baustoffhändler aus Simonsberg heute über die kleine, strohgedeckte Kate aus dem frühen 18. Jahrhundert spricht, gerät er ins Schwärmen.
    Intensiv beschäftigte er sich mit der Geschichte des Gebäudes: Untergebracht waren hier schon eine Gaststätte, ein Schneider, ein Schuster und womöglich auch ein Glaser. Nissen vermutet letzteres, weil er bei Pflasterarbeiten vor dem Haus Scherben fand, die darauf hindeuten. Heute vermietet Nissen das Haus an Feriengäste. Was er einnimmt, stecke er in Sanierung und Erhalt. Wie viel er über die Jahrzehnte aufgewendet hat, will er nicht verraten.

    Sieben Jahre bis zum neuen Reetdach
    Sein letztes Großprojekt: Das Haus brauchte ein neues Reetdach. Früher war die gesamte Häuserzeile auf der Straße Bracken, was für Baracken steht, mit Stroh gedeckt, heute ist dies nur noch bei Nissen der Fall.

    Am Ende brauchten die Dachdecker 14 Tage, vorausgegangen waren laut Nissen jedoch sieben Jahre der Planung und Suche nach einem geeigneten Fachunternehmen. „Der Bedarf an Reet ist groß und die Wartelisten für Aufträge sind lang“, bestätigt Hargen Johannsen von der Stiftung zur Erhaltung des Husumer Stadtbildes. Der Verein begleitete Nissen bei seinem Projekt von Anfang an, stand ihm beratend zur Seite und unterstützte ihn finanziell.
    Und das, obwohl das Haus nicht einmal offiziell unter Denkmalschutz steht. Dafür habe zu viel am Gebäude im Argen gelegen, erklärt Johannsen. „Der Denkmalschutz besteht in diesem Fall in der Person von Kurt Nissen.“ An der Notwendigkeit des Erhalts haben aber weder die Stiftung noch der Eigentümer Zweifel. Das „Haus Waterkroog“, wie es ebenfalls genannt wird, sei einer der letzten erhaltenen Hinweise darauf, dass der Ortsteil Rödemis früher einmal ein Dorf gewesen ist.

    https://www.e-pages.dk/husumernachrichten/3587/assets/70cf61daa2f583b71d18d4f00ca48ce52b9170d7_max1024x.jpg
    Kurt Nissen zeigt ein Gemälde, wie die Straße Bracken früher einmal ausgesehen hat. Die Nachbarhäuser hatten hier allerdings schon keine Reetdächer mehr.

    Grundstück von der Stadt zum symbolischen Preis
    Obwohl kein Denkmalschutz besteht, achtete Nissen über die Jahre akribisch darauf, möglichst viel zu erhalten – und wenn das nicht möglich war, zumindest mit den vorhandenen Baumaterialien zu arbeiten. Original ist etwa der Sockel aus Feldstein. Neu hingegen ist die Hausfassade, wobei Nissen das Mauerwerk wieder nach historischem Vorbild anordnete.

    Das musste er auch, schließlich wurde 1988 im Kaufvertrag mit der Stadt Husum festgeschrieben, dass der Besitzer „die Formen der traditionellen Gestaltungselemente verwenden“ muss, wie es 1988 in einem Zeitungsbericht über den Hauskauf hieß. Im Gegenzug bekam Nissen Haus und Grundstück für nur rund 1000 Mark.
    Das ist jetzt mehr als 35 Jahre her. Johannsen und seine Stiftungs-Kollegin Lisa Mewaldt sind froh, dass sich Nissen auf das alles einließ. „Nur ein sehr kleiner Kreis von Personen interessiert sich dafür, historische Häuser auch ohne Denkmalschutz zu erhalten“, so Mewaldt.

     

     

     

    Geschrieben am Mittwoch, 17 April 2024 11:45
  • In Simonsberg gibt es jetzt eine Feuerwehr für Kinder

    In Simonsberg gibt es jetzt eine Feuerwehr für Kinder

    Die Deichfunken nennt sich die Nachwuchsgruppe in Simonsberg, hier mit ihren selbstgebastelten Biikepuppen.  Susanne Daberkow-SchmidtDIE DEICHFUNKEN NENNT SICH DIE NACHWUCHSGRUPPE IN SIMONSBERG, HIER MIT IHREN SELBSTGEBASTELTEN BIIKEPUPPEN. SUSANNE DABERKOW-SCHMIDT
     
    Ilse Buchwald

    SIMONSBERG Das ist schon etwas Besonderes, eine Kinderfeuerwehr für Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren. Gemeinde, Förderverein, Wehrführung und Jugendfeuerwehr in Simonsberg engagieren sich für dieses Angebot. Bisher gab es in Nordfriesland eine Kinderfeuerwehr nur in Archsum auf Sylt, dort besteht sie seit acht Jahren.
     
    Deichfunken treffen sich zwei Mal im Monat
    Die Deichfunken nennt sich die neue Nachwuchsgruppe in Simonsberg. Die kleinen Mitglieder treffen sich immer am 1. und 3. Dienstag im Monat im Feuerwehrgerätehaus. Kinderfeuerwehrwart Mathias Stelter und acht Betreuer führen sie spielerisch in die Welt der Feuerwehr ein. Mit Begeisterung sind die 15 Mädchen und Jungen dabei. Zwar ist die Gruppe schon „voll“, aber Interessierte können sich auf eine Warteliste setzen lassen.
    Bei ihren Treffen lernen die Kinder, wie man einen Notruf absetzt und was zu den Aufgaben der Feuerwehr gehört. Und sie schauen sich auch die Geräte und Fahrzeuge an, wie Wehrführer Benjamin Knudsen auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Aber Spielen und Basteln steht genauso auf dem Programm.


    Einsatz für die Gemeinschaft
    Außerdem lernen sie, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. So haben sie neulich bei der Aktion Saubere Landschaft mitgemacht. Bei ihrem allerersten Dienst bastelten Jugend- und Kinderfeuerwehr je eine Biikepuppe. Die Puppen wurden dann allerdings doch nicht gebraucht, weil das Biikebrennen wegen der Witterung abgesagt wurde.
    Das Betreuerteam der Deichfunken setzt sich aus Mitglieder der Feuerwehr zusammen, die bis vor Kurzem noch in der Jugendfeuerwehr aktiv waren. Das sind Tomke Nickelsen, Hanna Petersen und Mirja Gurke. Pädagogisch unterstützt werden diese noch von zwei Müttern, Tina Gurke und Jule Nickelsen. Kinderfeuerwehrwart Mathias Stelter bedankt für die Unterstützung von Gemeinde, Förderverein und Wehrführer Benjamin Knudsen mit seinen Mitstreitern.
    Ilse Buchwald
     
    Geschrieben am Freitag, 15 März 2024 19:19
  • „Nordseecamping zum Seehund“: Freude in Simonsberg über Top-Bewertung

     

    „Nordseecamping zum Seehund“: Freude in Simonsberg über Top-Bewertung

    „Nordseecamping zum Seehund“ in Simonsberg bei Husum ist einer der besten Campingplätze Europas – und einer der besten Schleswig-Holsteins.  FB Camping Service GmbH
    „NORDSEECAMPING ZUM SEEHUND" IN SIMONSBERG BEI HUSUM IST EINER DER BESTEN CAMPINGPLÄTZE EUROPAS - UND EINER DER BESTEN SCHLESWIG-HOLSTEINS: FB CAMPING SEVICE GMBH
     
    SIMONSBERG Zwischen Nordseedeich und Sielzug liegt der Campingplatz Nordseecamping zum Seehund in Simonsberg. Der Platz kommt bei seinen Besuchern gut an, wurde er doch kürzlich sogar zu einem der besten Plätze Europas gekürt. Platz 24 unter den Top-100-Campingplätzen. „Das ist eine Verbesserung um 13 Plätze im Vergleich zum Vorjahr“, kommentiert Elena Bokelmann, Sprecherin der FB Camping Service GmbH, zufrieden. 


    Gästebewertungen geben den Ausschlag

    „Vielen Dank an unsere lieben Gäste“, fährt Bokelmann fort. „Ohne die vielen tollen Bewertungen wäre diese Auszeichnung nicht möglich gewesen.“ Denn die Bewertung der Camping- und Buchungsportals camping.info wird nach eigenen Angaben nicht von einer Jury vorgenommen, sondern basiert auf Kundenbewertungen.
    Das Internetportal listet demnach mehr als 23 000 Campingplätze aus 44 europäischen Ländern. Ein Platz, der mindestens 25 Mal von seinen Gästen bewertet wurde, geht in die Auswahl für die Awards. Berücksichtigt werden die Bewertungen der vergangenen fünf Jahre, aus denen sich das Ranking der Plätze errechnet. Entscheidend seien der durchschnittliche Gesamteindruck an sich und gewichtet wird nach Aktualität. Außerdem werden die Bewertungen nach ihrer Anzahl gewichtet.
    „In Deutschland sind wir auf Platz 14“, verkündet Bokelmann. „Und in Schleswig-Holstein sind wir sogar auf Platz 4.“ Der Platz in Simonsberg ist Teil der FB Camping Service GmbH. Alle vier Plätze der Gesellschaft, erklärt die Sprecherin, hätten es unter die Top 25 in Europa geschafft.
    Aus Nordfriesland befindet sich kein weiterer Platz unter den Top 100 der Auswertung. Schleswig-Holstein ist neben dem Platz in Simonsberg vertreten mit dem Rosenfelder Strand Ostsee Camping (Platz 6), Ostseecamping Familie Heide (Platz 9), Camping Klausdorfer Strand auf Fehmarn (Platz 20), Naturpark-Camping Prinzenholz (Platz 30) und Camping & Ostseeferienpark Walkyrien (Platz 32).
    Camping zur Perle (Platz 33) sowie Camping Strukkamphuk (Platz 34), Insel-Camp Fehmarn (Platz 35), Campingpark Gut Ruhleben (Platz 46), Campingland Ostsee (Platz 56) Camping Südstrand Fehmarn (Platz 60) sind ebenso vertreten – daneben auch Camping Ostsee Katharinenhof (Platz 71), Campingpark Augustfelde (Platz 82), Camping Seeblick (Platz 94) und Naturcamping Spitzenort (Platz 97).
    spy

    Geschrieben am Donnerstag, 11 Januar 2024 10:08
  • Sie warfen die Kugel am weitesten. Husumer Nachrichten

    Geschrieben am Montag, 28 August 2023 09:47
  • Als Kind „selbst einen Einsatz ausgelöst“

    Als Kind „selbst einen Einsatz ausgelöst“
    Feuerwehrleute erzählen, was sie an ihrem Ehrenamt reizt – und von belastenden Einsätzen /
    Heute: Stimmen aus Simonsberg

    Benjamin Knudsen (li.) ist ein junger Wehrführer, Manfred Thomsen (re.) verfügt über viel Erfahrung. Jan-Christian Petersen
    BENJAMIN KNUDSEN (LI.) IST EIN JUNGER WEHRFÜHRER, MANFRED THOMSEN (RE.) VERFÜGT ÜBER VIEL ERFAHRUNG. JAN-CHRISTIAN PETERSEN
    Jan-Christian Petersen
    Wenn’s sein muss auch bei Unwetter und Sturm, setzen sie sich für die Sicherheit der Menschen in Nordfriesland ein: die Männer und Frauen der Feuerwehren in Nordfriesland. Rund 5500 Menschen sind in mehr als 130 Wehren organisiert, von denen fast alle Freiwillige sind. Aber: Wer sind die Feuerwehrleute? Und warum engagieren sie sich eigentlich in den Wehren und Wachen? Unsere Zeitung hat nachgefragt. Heute sind wir bei der Simonsberger Feuerwehr.

    Benjamin Knudsen (25) –
    Hausmeister und Bauhelfer
    Wehrführer
    seit 2007 bei der Feuerwehr.

    Ich bin in der Feuerwehr, weil...
    „Ich habe mich schon immer für die Feuerwehr interessiert. Mit zehn Jahren bin ich eingetreten. Das war in Oldenswort, weil es hier in Simonsberg noch keine Jugendfeuerwehr gab. 2008 war ich dann aber auch Gründungsmitglied unserer eigenen Jugendfeuerwehr.“
    An diesen Einsatz erinnere ich mich besonders...
    „Als Vier- oder Fünfjähriger hatte ich selbst einen Einsatz mit ausgelöst. Wir spielten im Garten der Nachbarn. Da stand ein Eimer mit Gift, das sich entzündet, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Ich habe den Deckel zwar nicht selbst hochgehoben, war aber dabei. Jedenfalls ist dann Regenwasser vom Deckel in den Eimer getropft. Es hat angefangen zu qualmen. Aus dem benachbarten Altenheim kamen dann Leute heraus, die das Feuer mit Wasser löschen wollten. Doch das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Schließlich ging die Sirene los, Feuerwehrleute kamen und haben den Eimer mit Erde zugeschüttet.“

    Manfred Thomsen (62) –
    Zimmerer,Oberlöschmeister
    seit 43 Jahren bei der Feuerwehr.

    Ich bin in der Feuerwehr, weil...
    „Schon mein Vater war dabei. Wie viele andere bin ich mit der Feuerwehr aufgewachsen.“
    An diesen Einsatz erinnere ich mich besonders...
    „Ich erinnere mich an einen Hausbrand, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Das ist Jahrzehnte her. Die Menschen, die in dem Haus lebten, standen schon draußen. Eine Person ist dann noch einmal hineingegangen, um eine weitere zu retten, die im Obergeschoss schlief. Schließlich kamen wir mit der Feuerwehr. Nachdem wir gelöscht hatten, standen wir auf dem Dach.
    Wir haben das Dach geöffnet. Da haben wir sie dann gefunden. Die beiden lagen am Fenster und waren zuerst wohl erstickt wegen der ganzen Rauchentwicklung. Mir und allen anderen geht so etwas besonders nahe. In unserem Einsatzgebiet kennen sich viele vom Sehen oder sind befreundet. Letztlich sind wir alle Nachbarn. Das darf man nicht vergessen.“

    Geschrieben am Montag, 27 Februar 2023 13:15
  • Sandra Wohlert aus Simonsberg holt den Titel

    NEUES VOM BOSSELSPORT
    Landesmeisterschaft: Sandra Wohlert aus Simonsberg holt den Titel
    Erfolgreiche Fruunsboßlerinnen aus Nordfriesland: Sie sicherten sich gleich mehrere erste Plätze bei den Landesmeisterschaften in Dithmarschen.

    SimonsbergDie Eiderstedter Boßlerinnen waren bei der Landesmeisterschaft auf dem Stand erfolgreich und stellten mit Sandra Wohlert vom BV Simonsberg die Landesmeisterin. Sie stellte einmal mehr ihr Können im Standboßeln unter Beweis, in dem sie 2014 schon einmal deutsche Meisterin geworden ist. Der Unterverband Dithmarschen richtete die Wettkämpfe auf dem Gelände in Nordermeldorf für den Verband Schleswig-Holsteinischer Fruunsboßlerinnen (VSHF) aus. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse wurden gute Leistungen mit der 375-Gramm-Boßel erzielt. 
    Mit 142,5 Metern und einem Höchstwurf von 50 Metern holte sich Sandra Wohlert den Titel deutlich vor Henrieke Thießen (Südbund Reinsbüttel, 130,5 Meter); Gina Haubold (Mielebund, 125,5); Lia Dethlefs (Geestdörfer, 124,5); Saskia Block (Nodbund Norddeich, 118); Jane Cornils (Oldenswort, 114,5); Nadja Spiegel (Garding, 105,5); Anabel Wiese (Geestdörfer, 99,5); Ann-Katrin Hansen (Mildeburg, 98,5) und Levke Wiese (Geestdörfer, 96)

    Eiderstedterinnen holen sich alle Einzeltitel
    Siege in der Einzelwertung bei den Jahrgangswertungen sicherten sich Sandra Wohlert (20 bis 29 Jahre), Ann-Katrin Hansen (30 bis 39) und Charlotte Petersen (40 bis 49), beide von den Deerns liek ut aus Garding.

    Ergebnis des Mannschaftsstandboßeln 
    Bei den Mannschaftswertungen in den Jahrgangsklassen lagen Mildeburg (20 bis 29 und 30 bis 39 Jahre), Garding (40 bis 49 Jahre) und Kombüttler Deerns (50 bis 59) auf den ersten Plätzen. 

    Die Gesamtmannschaftswertung gewann Mildeburg mit 1013 Metern vor Kombüttler Deerns (711) und Mielebund (506). Den Hans-Jacobs-Pokal sicherte sich der Mielebund vor Mildeburg, Kombüttler Deerns, Garding und Tetenbüll.

    Eiderstedts Heimatsport: das Boßeln
    Eine kleine Übersicht 
    Boßeln ist eine alte Sportart, die in Eiderstedt, Dithmarschen und im Kreis Steinburg sowie in Ostfriesland in den Niederlanden, Irland und Italien betrieben wird. Dabei gilt es eine Kugel, die Boßel, die aus mit Blei gespicktem Holz, Eisen oder Gummi je nach Verwendungszweck ist, mit einer bestimmten Technik weit zu werfen. Für die Weite wird auch die Entfernung mit gerechnet, die die Boßeln nach dem Aufprall noch weiterrollt, der so genannte Trüll. 
    Es gibt drei sportliche Disziplinen:
    Feldboßeln: Zwei Mannschaften treten auf einer Wiese, an der Westküste auch gerne außendeichs, gegeneinander an. Dabei gilt es, eine bestimmte Strecke hin und zurück zu absolvieren. Wer als erster fertig ist, hat gewonnen.
    Straßenboßeln: Wie Feldboßeln nur auf der Straße oder einem Weg. 
    Neben den lokalen Wettkämpfen werden auch Landes-, Deutsche und Europa-Meisterschaften abgehalten.
    Außerdem gibt es auf Eiderstedt im Winter ein Spaß-Boßeln: das Manns- und Fruunsboßeln, bei dem Männer und Frauen gegeneinander antreten. Eine alte, vom Aussterben bedrohte Tradition, ist das Fastnachtsboßeln in Garding mit Umzug, Büttenreden, Musik und Tanz.
    – Quelle: https://www.shz.de/33305967 ©2021 SHZ Erhard Stollberg / Foto Holger Hansen

     

    Geschrieben am Dienstag, 17 August 2021 11:55
  • Deich vor Simonsberg muss verstärkt werden

    Deich vor Simonsberg muss verstärkt werden

    Klimawandel zwingt zum Handeln / Bürger können Pläne einsehen und sich äußern

    Während der mehrjährigen Bauphase wird es zu erheblichen Einschränkungen für die Bürger kommen.   Müllerchen
    WÄHREND DER MEHRJÄHRIGEN BAUPHASE WIRD ES ZU ERHEBLICHEN EINSCHRÄNKUNGEN FÜR DIE BÜRGER KOMMEN. MÜLLERCHEN

    Unter folgendem Link sind die Pläne zu finden:

    https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LKN/Service/Planfeststellung/Verfahren/20210201_DV_noerdl_Eiderstedt.html

    Ilse Buchwald Der Deich vor Simonsberg und Uelvesbüll soll bis 2027 wegen des Klimawandels und des damit verbundenen Meeresspiegelanstiegs verstärkt werden. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, das in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Noch bis zum 22. März können die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren eingesehen werden. Die Bürger können sich so über die geplanten Abläufe, hinsichtlich Dauer und Abwicklung der Deichverstärkung informieren. Dieses Bauvorhaben bedeutet für die Bürger erhebliche Einschränkungen während der langen, mehrjährigen Bauphase, darauf weist Simonsbergs Bürgermeisterin Angela Feddersen hin.
    Bereits im Vorfeld gab es Bedenken wegen des Flächenverbrauchs, da der Deich zum Teil landseitig verstärkt werden soll, aber auch wegen des Transports von Füllmaterial.
    Bürgermeisterin Angela Feddersen und die gesamte Gemeindevertretung bitten die Simonsberger, sich die Zeit zu nehmen, die Unterlagen einzusehen und bei Bedarf auch eine Stellungnahme abzugeben. Noch kann Einfluss genommen werden, aber nur wenn sich viele Betroffene einbringen und Stellung beziehen, so die Bürgermeisterin. Die Gemeindevertretung arbeitet an einer Stellungnahme und wird diese im April einreichen.
    Nach vorheriger Terminabsprache können die Unterlagen auch in Papierform eingesehen werden, Anmeldung im Amt Nordsee-Treene unter Telefon 04841/992-312. Es handelt sich um zwei Kartons mit Unterlagen. Einwände können schriftlich oder zur Niederschrift bei den zuständigen Stellen erhoben werden, so Angela Feddersen.
    Quelle: shz.de/ Husumer Nachrichten 

    Geschrieben am Freitag, 19 März 2021 09:43
  • Landesjugendboßeln in Simonsberg

    LANDESJUGENDBOSSELN IN SIMONSBERG
    Erneuter Erfolg für Moritz Niehus
    Die A-Pokal-Gewinner aus Eiderstedt mit Landesmeister Moritz Niehus (2. v. l.)
    Die A-Pokal-Gewinner aus Eiderstedt mit Landesmeister Moritz Niehus (2. v. l.) Erhard Stollberg / shz

    Der Nachwuchsboßler aus St. Peter-Ording sichert sich auch den Landesmeister-Titel im Standboßeln.

    Simonsberg | Aller guten Dinge sind drei: Moritz Niehus vom Boßelverein St. Peter-Ording sicherte sich nach den Landesmeisterschaften im Feld- und Straßenboßeln nun auch den Titel auf dem Stand. Dabei erfüllte er mit seinen 198,5 Metern auch die Bedingungen für die Leistungsplakette in Gold mit Eichenlaub.

    Der Unterverband Norden richtete die Meisterschaft unter Einhaltung der Hygienebedingungen für den Verband Schleswig- Holsteinischer Boßler (VSHB) auf dem Sportplatz in Simonsberg aus. Teilnehmen durften Jungen des Jahrganges 2005 und jünger. Jeder absolvierte vier Würfe mit der 375 Gramm schweren Boßelkugel, wobei die drei besten Würfe in die Wertung kamen.

    Top-Erfolge für Eiderstedter Nachwuchs

    Der Eiderstedter Nachwuchs gewann alles, was es zu gewinnen gab. Dabei wurde Moritz Niehus seiner Favoritenrolle gerecht und siegte in der Einzelwertung mit 198,5 Metern vor den beiden Dithmarschern Ben-Mika Lanken (Lunden) mit 181,5 und Lucas Groß (Eddelak) mit 180,5 Metern. Beide erfüllten damit die Bedingungen für das Leistungsabzeichen in Gold. Mit Tjark Thomsen 156,5 und Torge Bruhn (beide Heverbund) 154,5 Meter folgten zwei Eiderstedter, die sich das Leistungsabzeichen in Bronze sicherten.

    Bei der Gruppenwertung holte sich Eiderstedt mit 901 Metern bei einem Fehlwurf den A-Pokal. Zum Team gehörten neben Moritz Niehus, Tjark Thomsen und Torge Bruhn auch Conner Wenig (Koldenbüttel, 143 Meter), Melf Hems (Garding, 142,5 Meter) und Jesse Schreiber (Koldenbüttel, 106 Meter bei einem Fehlwurf).

    Unterverband Norden auf Platz 3

    Es folgte Dithmarschen mit 856,5 Metern. Mit einer ganz jungen Mannschaft belegte der Unterverband Norden den 3. Platz mit 546,5 Metern. Hier kamen Cane Peper (Jahrgang 2005/Friesentreue, 142,5); Nico Caspersen (2005/Friesentreue, 107,5); Henry Brandt (2009/Mildeburg, 104,5); Niclas Sechting (2006/Rödemis, 76); Rune Nickelsen (2008/Simonsberg, 66) und Matz Lasse Lampe (2010/Simonsberg, 50) zum Einsatz.

    Da Dithmarschen und Norden nicht genug Teilnehmer hatten, holte sich Eiderstedt ohne Konkurrenz den B-Pokal mit 588,5 Metern. Hier bildeten Boyke Petersen (Heverbund,  101,5); Mika Missal (Koldenbüttel, 111,5); Jannes Dircks (Heverbund,  101,5/1 F.); Till Pioch (Tating, 97 /1 F.); Tim-Ole Fedders (Koldenbüttel,  85/1 F.) und Jan Tillmann Dircks (Uelvesbüll, 72,5/1 F.) die Gruppe.

    Eigentlich waren zum Abschluss die obligatorischen Feldkämpfe geplant. Während Norden gegen Steinburg ausfiel, wurde der Feldkampf Eiderstedt gegen Dithmarschen kampflos für Eiderstedt gewertet.
    – Quelle: https://www.shz.de/29918627 ©2020

     

    Geschrieben am Freitag, 16 Oktober 2020 11:10
  • Durch Übungen zum Erfolg

    Durch Übungen zum Erfolg


    DER NEUE VORSTAND.SUSANN DABERKOW-SCHMIDT

    SIMONSBERG Nachdem Jugendfeuerwehrwart Marco Petersen, gemeinsam mit Silvia Asmussen die Versammlung der Jugendwehr Simonsberg eröffnet hatte, trug Jugendgruppenleiter Lukas Asmussen den Jahresbericht vor.

    Bei der Aktion Sauberes Dorf ist die Jugendfeuerwehr ebenso dabei, wie beim Hydranten-Kontrolldienst. Geübt wird natürlich auch fleißig, und so bestanden Tomke Nickelsen und Nele Davids die Flamme 1 in Seeth. Die Flamme 2 wurde in Simonsberg abgenommen und wurde von Niko Sadowski, Max Magin, Pia Magin, Hanna Petersen und Lukas Asmussen erfolgreich absolviert. Gerrit Spangenberg bestand die Leistungsspange, nachdem er mehrere Wochen mit Silvia Asmussen und Marco Petersen in Garding und Koldenbüttel mit allen Anwärtern von Eiderstedt geübt hatte. Tom Bertram und Tjark Simon haben die Truppmann Teil 2-Prüfung erfolgreich bestanden und dürfen nun in die große Wehr wechseln.

    Wahlen standen ebenfalls an. Jugendgruppenleiter bleibt Lukas Asmussen, Stellvertreterin Tomke Nickelsen, Jugendgruppenführer wurde Enrik-Paul Thofel, Schriftwartin Mara Gurke, und das Amt der Hallen- und Gerätewartin liegt in den Händen von Mirja Gurke.

    Die Jugendwehr trifft sich jeden Mittwoch um 17.30 Uhr im Feuerwehr-Gerätehaus. Jugendwart Marco Petersen erwähnte am Ende der Versammlung noch einmal, wie schön es wäre, noch mehr Mitglieder für die Jugendfeuerwehr gewinnen zu können. hn

    Geschrieben am Freitag, 06 März 2020 09:14
  • Neues Beratungsangebot im Amt

    MEHR SERVICE FÜR KÜNFTIGE RENTNER

    Neues Beratungsangebot im Amt